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Mit dem Pferd von der Zugspitze nach Sylt

Eine Reise zu Pferd von über 1.500 km: Globetrotter präsentiert die Abenteuerreise im Rahmen des Film- und Vortragsfestivals in München.

Am 08. Juli sattelte der Fotograf Florian Wagner gemeinsam mit Autor Johan Dehoust die Pferde, um auf eine über 1.500km lange Reise quer durch Deutschland aufzubrechen – von der Zugspitze bis nach Sylt. Zurück flog Florian Wagner die Strecke im Helikopter. Außerdem fotografierte er unterwegs immer mal wieder von einem elektrisch betriebenen Gleitschirm aus. So ist Deutschland nicht nur vom Rücken der Pferde, sondern auch aus der Luft zu sehen.

4J1A1746 4J1A8450 L1006051 L1009624Das Besondere an diesem Abenteuer ist die Art der Fortbewegung. Durch das entschleunigte Vorankommen bleibt Zeit, alles, was einem begegnet, genau unter die Lupe zu nehmen. Es geht darum, Deutschland neu zu entdecken, vom Pferderücken aus einen frischen Blick auf unser vermeintlich bekanntes Heimatland zu werfen. Durch Helikopter und Gleitschirm werden besonders reizvolle Landschaften aus ungewohnter Perspektive gezeigt.

Immer wieder begleiteten Überraschungsgäste etappenweise die Route. Den Auftakt machten der Schauspieler Günther Maria Halmer („Münchner G`Schicht`n“), der mit durch München reitete und der Biologie Prof. Wolff Schröder, der die Reisenden auf seiner Stute Montana durchs Murnauer Moos begleitete und uns dort Flora und Fauna erläuterte.

4J1A9392 25_1008219 M1003107Am Ende jedes Reittages schlugen wir ein Biwak auf, steckten eine Weide für unsere Pferde ab und ließen den Tag am Lagerfeuer ausklingen.

globetrotter-film-vortragsfestivalGlobetrotter Film- und Vortragsfestival am 15. November 2014

Die Globetrotter Filiale München und das CinemaxX am Isartorplatz präsentieren diese Abenteuerreise zu Pferd am 15. November im Rahmen des Film- und Vortragsfestivals.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: www.globetrotter.de/film-vortragsfestival und www.cinemaxx.de/globetrotter

 

Buchprojekt für NATIONAL GEOGRAPHIC in Kooperation mit LEICA

Aus dem Traum, Deutschland mit dem Pferd zu bereisen, entwickelte sich ein Buchprojekt für NATIONAL GEOGRAPHIC in Kooperation mit LEICA.

NG_AD_Cover_08.inddEin Team von Abenteurern und Reitern kamen zusammen, um ein einzigartiges Projekt zu realisieren: Deutschland in zwei Monaten von Süden nach Norden auf dem Pferderücken zu durchqueren.

Am südlichsten Punkt Deutschlands, am Fuß der Zugspitze, startete das sechsköpfi ge Team mit fünf Pferden und Begleitfahrzeug, um nach 66 Tagen und 1720 Kilometern am nördlichsten Punkt Deutschlands anzukommen: dem Ellenbogen auf Sylt.

Vorwort:

Seit ich denken kann, hat es mich nach draußen und in die Ferne gezogen. Aufgewachsen mit den Bergen vor der Tür, verbrachte ich meine Kindheit und Jugend im Winter auf Skiern. Später flog ich mit dem Gleitschirm von den Gipfeln meiner Heimat und landete manchmal auf der Wiese neben dem Haus, in dem ich lebe. Früh fing ich an, das Erlebte mit der Kamera festzuhalten. Beim Tiefschneefahren, aus der Luft und immer wieder auch vom Pferdesattel aus. Ich fühle mich auf dem Pferderücken zu Hause. Es ist eine so natürliche Art der Fortbewegung, langsam genug, um Land und Leute kennenzulernen, schnell genug, wenn man will, dass einem der Wind überflüssige Gedanken aus dem Kopf weht. So schnell, dass man das Gefühl hat, man könne bis ans Ende der Welt galoppieren, eins mit dem Rhythmus seines Pferdes. Ich bin in Jordanien durch die Wüste geritten und habe dort meine Leidenschaft für die Pferde entdeckt. Rooh, der mich im Wechsel mit Soloma durch Deutschland getragen hat, ist ein solcher Araber. Ich bin über die Savanne in Kenia galoppiert, mit den Zügeln in einer Hand, um mit der anderen zu fotografieren. Aber wohin mich meine vielen Reisen auch geführt haben, so bin ich immer gern in meine bayerische Heimat zurückgekehrt, zurück zu den Bergen und zu meinem Pferd. Eins stand stets für mich fest:

Eines Tages würde ich ein Abenteuer mit meinem Pferd erleben. Ich wollte von zu Hause aus losreiten. Irgendwann hatte ich die zündende Idee: Warum nicht einmal im Sattel meine eigene Heimat erkunden? Die deutsche Provinz kennenlernen: ihre Vielfalt, Romantik, ihre abwechslungsreiche Geschichte. Dort weiterzureiten, wo ich niemals mit dem Auto hinfahren würde. Mit Menschen zu sprechen, die ich sonst nicht treffen würde. Bächer queren, durch den tiefen deutschen Märchenwald reiten, auf einer Wiese mein Zelt aufschlagen. Vielleicht auch einmal die Perspektive wechseln und von oben fotografieren. Vom Hubschrauber aus, auf dem Rückweg? Als ich tatsächlich die Zusage von NATIONAL GEOGRAPHIC bekam, aus meiner Idee ein Buch zu machen, ahnte ich noch nicht, wie hoch der Aufwand sein würde. Zehn Monate lang war ich damit beschäftigt, Sponsoren zu finden, Pferdeprofis aufzutreiben, meinen Helischein zu aktualisieren, die Pferde und meine reiterliche Fähigkeiten zu trainieren; vor allem aber ein Team zusammenzustellen, das der Aufgabe gewachsen war. Erst später
wurde mir klar, wie wichtig meine Mitreiter sein würden und was ich für ein Glück mit der Auswahl gehabt habe. Ich werde nie vergessen, wie wir schließlich frühmorgens am Eibsee losgeritten sind. Mit einem verschlafenen Grinsen musste ich an meinen Vater denken. Er hatte mir vor Jahren gesagt: „Weißt du, ich war schon in vielen Ländern auf dieser Welt, aber so schön wie bei uns war es nie.“ Ich war mir nicht ganz sicher, ob er von Deutschland oder Oberammergau gesprochen hat. Heute, nach meiner bislang größten Abenteuerreise, weiß ich: Er meinte beides.

Florian Wagner, Oberammergau, Februar 2014

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