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Ist Melasse in Futtermitteln wirklich so gefährlich?

Z. B. in einem Ergänzungsfuttermittel für Pferde  mit einem Zuckerrübenmelasse-Anteil von 3 % und einer Tagesdosis von 50g sind ca. 0,7g Zucker enthalten.

Wenn ein Pferd mit 500 kg – Lebend Gewicht 1 Stunde auf der Weide Gras frisst, nimmt es ca. 90 g Zucker zu sich.

In der passenden Tages-Heu-Ration, also ca. 7,5 Kilo Heu, nimmt das Pferd ca. 450g Zucker auf. Bei Fütterung von Silage ist der Zuckergehalt sogar mit über 500g in der Tagesration.

In einem Kilo durchschnittlichem Pferdemüsli, unter Berücksichtigung des Zuckers aus der Zusammensetzung (Getreide) und einem Melasseanteil von 3% frisst das Pferd ca. 100g Zucker.

Bei den oben genannten Werten gehe ich von Durchschnittswerten der Literatur aus. Eine ähnliche Tabelle kann auch bei  „Pavo“ nachgelesen werden.

Sie sehen, der Gehalt an Zucker ist wesentlich höher in der Heu- und Gras- Ration als in einem Mineral- oder Ergänzungsfuttermittel für Pferde.

Nun sehen wir uns aber Zuckerrübenmelasse genauer an. Warum braucht man eigentlich Melasse im Futter? Deshalb nun mehr darüber.

Zuckerrübenmelasse ist ein honigartiger dunkelbrauner zähflüssiger Sirup, der als Nebenerzeugnis in der Zuckerproduktion anfällt und  enthält ca. 48% Zucker.
Die Melasse gilt als hochwertiges Lebens- und Futtermittel, allerdings gilt immer:  „die Dosierung macht das Gift“!

Melasse wird in der Futtermittelindustrie als Kleb- und Presshilfsstoff verwendet, um eine Mischgenauigkeit zu garantieren und somit in jedem Löffel wirklich der gleiche Anteil an orthomolekularen Mikronährstoffen enthalten ist. Ohne Melasse befinden sich die Mineralien unten im Sack und je gröber die weiteren Zutaten sind, schwimmen diese immer weiter nach oben im Sack. Futtermittel, die kleben beinhalten meist viel mehr als 3% Melasse und gelten somit als ungeeignet, da die  klebrigen Futtermittel gerne Milben anziehen und das Futter schneller verdirbt.

Melasse enthält Aminosäuren, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Eisen, Vitamin B1, B2, B6, Niacin, Patotenat, Folsäure, Myo-Inosit, Patothensäure, Biotin, Thiamin und natürliches Chrom, was eine positive Wirkung bei Diabetes haben kann. Zucker, im Gegensatz zur Melasse gilt als „leer“ und ist  nur ein Räuber, welcher dem Körper die Vitalstoffe raubt.

Marion Schwaller-Barina

Marion Schwaller-Barina

Über die Autorin: Marion Schwaller-Barina ist gelernte Tierheilpraktikerin und Physiotherapeutin sowie Chef der Firma Natusat. Tel.: +49(0)821-47 87 390

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